Aktionsbündnis Winnenden: Sammlung von Killerspielen

headlessDas Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat heute vor der Staatsoper in Stuttgart zur Aktion „Familien gegen Killerspiele“ aufgerufen.

Der Sinn der Aktion erschließt sich durch lesen des Plakates:Plakat Aktionsbündnis Winnenden

Dort können Spiele, die das Töten von Menschen simulieren, in einen Container geworfen werden.

Weiterhin macht das Plakat Werbung für eine Benefiz-CD und weitere Unterstützer dieser Kampagne.

Als ich von der Aktion gelesen habe, dachte ich mir gleich, dass sie ein Flop wird. Unter anderem wurde davon gesprochen, dass unter jedem, der seine Spiele im Container entsorgt, ein Trikot mit Unterschriften der Deutschen Nationalmannschaft verlost wird. Anscheinend weiß der DFB noch gar nicht, dass er bei dieser Aktion ins Boot genommen wurde: der DFB findet sich jedenfalls nicht auf dem Plakat als Unterstützer der Aktion wieder. Auch auf der Homepage konnte ich nichts darüber finden.

Dass die Aktion dermaßen floppte kann man in einem Video bei Youtube bewundern:

Container Aktionsbündnis Winnenden (Urheber unbekannt)Das Video entstand laut Einsteller bei Youtube um 14:30 Uhr. Es befinden sich im Container genau 2 Spiele für die Playstation (darunter GTA San Andreas), eine nicht näher definierbare CD und ein Spielemodul für den Gameboy („Small Soldiers“). Um 14:52 entstand das nebenstehende Bild. Dazu gekommen sind 2 leere Kartons.

Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden schreibt auf deren Homepage (die eklatante Schwächen in der Navigierbarkeit aufweist):

Bei dieser sehr erfolgreichen Aktion, die ab 10 Uhr statt fand, konnten viele Gespräche und Diskussionen mit Befürwortern sowie Menschen, die anderer Meinung sind, geführt werden.

Wie eine Aktion, die sich zum Ziel setzt „Spiele, die das Töten von Menschen simulieren, in einen Container“ zu werfen, erfolgreich sein kann, wenn maximal 4 Personen (wahrscheinlich sogar nur 3, da 2 gleichartige Spiele dicht beisammen liegen) dem nachkommen, ist mir ein Rätsel. Gespräche waren laut Plakat nicht primäres Ziel.

Hinzu kommt eine Berichterstattung in den Medien, die seinesgleichen sucht: Alle stützen sich auf eine dpa-Meldung, die offensichtlich vor 13:52 Uhr über den Ticker gelaufen sein muss, sonst hätte Focus so früh nicht darüber berichten können.

Überall ist der Satz

Bis zum frühen Nachmittag waren vor allem von Jugendlichen etwa zwei Dutzend Spiele wie das umstrittene Counter-Strike in den Müllcontainer geworfen worden.

in leichten Abwandlungen zu finden.

Dumm nur, dass sich um 14:30, also mindestens eine halbe Stunde NACH der dpa-Meldung, keine 24 sondern 4 Spiele im Container befinden und darunter definitiv kein Counter-Strike ist.

//UPDATE

Gerade eben sehe ich, dass die Entsorgung der 2 Spiele für die Playstation nur gestellt ist:

Dieser Beitrag wurde unter Kurioses, Zum Nachdenken abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Aktionsbündnis Winnenden: Sammlung von Killerspielen

  1. Kathi sagt:

    Das ist doch wohl ein Witz.
    Ich hasse Leute die sagen das die Killer-Spiele daran schuld haben. Solche Leute sollten erstmal anfangen zu denken. Klar ein Teil ist daran schuld aber Hauptsächlich sind wir selber dran schuld …. Wir Mobben doch die Leute ! Amok wird es immer geben egal ob wir aufhören diese Menschen fertig zu machen oder nicht,
    es ist immer ein kleiner Teil der das Fass zum überlaufen bring.

    5 „Millionen“ Menschen spielen vielleicht solch ein spiel und gerade mal 100 Laufen Amok … Man kann doch nicht alle unter einen Kam kehren.
    Das müsste man gleich alle verdächtigen Amok zu Laufen weil so ein Mensch hat genau so wie wir auch Fern geschaut … Sport gemacht gegessen etc.. aber dadurch zu einen Mörder zu werden ist unrealistisch …

    Viele schieben es nur auf die Killer spiele weil sie selber keine andere Antwort finden !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.